AH27.10-P-9407-01A Hinweise zur Prüfung der Schaltpunkte in Wählhebelstellung "D" bei der Probefahrt Getriebe 722.5


Anhand der beschriebenen Prüfverfahren werden die Normalfunktionen des automatischen Getriebes kontrolliert.
Die Beurteilung der Arbeitsweise und eventueller Störungen des Getriebes erfordert naturgemäß Erfahrung im Umgang mit automatischen Getrieben. Wenn diese fehlt, ist es zweckmäßig, ein anderes, in Ordnung befindliches automatisches Getriebe gleicher Bauart zum Vergleich heranzuziehen. Zeigen sich bei der Prüfung Unregelmäßigkeiten, so kann mit Hilfe der "Programmierten Reparatur" bzw. dem Diagnosehandbuch die Ursache für den festgestellten Fehler gefunden werden.

Vor Beginn der Prüfung grundsätzlich Ölstand im Getriebe, Leerlaufdrehzahl des Motors und Einstellung des Steuerdruck-zuges überprüfen.

Bei der Prüfung darauf achten, daß das Getriebe, besonders unter Last, nicht ununterbrochen geschaltet wird. Während des Schaltvorganges wird an den Servogliedern viel Wärme entwickelt. Als Anhaltswert diene:
Eine Lastschaltung innerhalb 15 Sekunden höchstens einmal wiederholen.




  Probefahrt
Anhand der Probefahrt feststellen, ob alle 5 Gänge geschaltet werden.
A. Fahrzeug in den höchsten Gang bringen
1. Wählhebelstellung in Stellung "4"
2. Fahrzeug auf 90 km/h beschleunigen
3. Fahrpedal in Leergasstellung
4. dann sofort Wählhebel von Stellung "4" in "D" schalten
5. es sollte die 4 5 Schaltung erfolgen
6. Wählhebel von "D" "4"=Rückschaltung von 5 4 sollte erfolgen
7. Wählhebel von "4" "3"=Rückschaltung von 4 3 sollte erfolgen
8. Erfolgen zwei Rückschaltungen=alle Gänge vorhanden
9. Erfolgt bei "D" "4" keine Rückschaltung=fehlt ein Gang.

B. Drehzahlverhältnis feststellen
10. Geschwindigkeit=100 km/h
11. Motordrehzahl in den Wählhebelstellungen "3", "4" und "D" prüfen
3. Gang=ca. 4500/min
4. Gang=ca. 3150/min
5. Gang=ca. 2300/min
Fehlenden Gang durch Motordrehzahlvergleich feststellen.

C. Bei der Probefahrt müssen neben den Schaltpunkten vor allem die Übergänge beim Gangwechsel kontrolliert werden.

Die Hochschaltungen sollen bei Teilgas so vor sich gehen, daß sie nur mit Aufmerksamkeit wahrnehmbar sind. Bei Vollgas und kick-down ist der Wechsel der Gänge zwar deutlich wahrnehmbar, jedoch muß der neue Gang geschmeidig fassen und der Eindruck des kräftigen Durchzugs des Motors erhalten bleiben. Zum Beispiel weist ein plötzliches Auftouren des Motors beim Hochschalt-Gangwechsel auf das Durchrutschen eines Servo-Gliedes (Bremsband oder Kupplung) hin und muß näher untersucht werden.

Die automatischen Rückschaltungen ohne Gas erfolgen bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten und sind nur mit großer Aufmerksamkeit wahrnehmbar (Drehzahlerhöhung des Motors). Dagegen sind Rückschaltungen unter kick-down neben der Drehzahlerhöhung mit einem spürbaren Schaltstoß verbunden. In bestimmten Geschwindigkeitsbereichen ist eine Rückschaltung mit Teil- bis Vollgas möglich.

Rückschaltungen mit dem Wählhebel sind entweder Rückschaltungen unter Gas (z. B. am Berg) oder Bremsschaltungen ohne Gas (z. B. am Gefälle oder bei Verzögerungen). Rückschaltungen unter Gas brauchen für den Gangwechsel nur wenige Sekundenbruchteile, während Bremsschaltungen ohne Gas Zeiten von 1 bis 2 Sekunden benötigen.
  In Fahrstellung "2" erfolgt die 1 2 Hochschaltung erst kurz vor der Höchstdrehzahl des Motors.

Sämtliche Geschwindigkeitsangaben sind ca.-Werte. Sie gelten für die jeweils seriengültige Hinterachsübersetzung und Bereifung. Abweichungen von den angegebenen Werten sind, bedingt durch Streuungen getriebeseitig, sowie in der Tachometer-Anzeige, möglich.

Fahrzeuge mit Wahlprogramm: Schalterstellung.
E=Economy
S=Standard

Hinweis zu Schaltpunkten in Wählhebelstellung "2" und "3"
Die Hochschaltung 1-2 erfolgt in Fahrstellung "2" nur bei Motorhöchstdrehzahl und Fahrpedal am Vollgasanschlag.
Schaltpunkte in Wählhebelstellung "2" und "3" werden aus Vereinfachungsgründen nicht mehr angegeben.